Warnung vor Missionierung durch koreanische Neureligion

Die evangelischen und katholischen Weltanschauungsbeauftragten sind in den letzten Monaten vermehrt von Menschen angesprochen worden, die durch Mitglieder einer koreanischen Neureligion in oder nach den Gottesdiensten mit missionarischer Absicht angesprochen wurden. Gezielt wurden evangelische oder katholische Gottesdienstbesucher, die allein die Gottesdienste besucht haben, zu Bibelkreisen eingeladen.

Dabei benutzt diese Gruppierung unterschiedliche Tarnnamen: Frankfurter Friedensgemeinde e.V., International Peace Youth Group (IPYG) oder International Womens Peace Group (IWPG). Diese Untergruppen gehören alle der koreanischen Neureligion Shinchonji an (übersetzt: Neuer Himmel und neue Erde), die von dem Neuoffenbarer Man-Hee Lee 1984 gegründet wurde. Er steht nach wie vor an der Spitze der streng hierarchisch aufgebauten Neureligion und gilt als „der neue versprochene Pastor der Endzeit“. Hauptsitz ist Südkorea.

Die Missionierungstaktik in Deutschland funktioniert in unterschiedlichen Städten – u.a. in Berlin und Frankfurt – so, dass bestehende Gemeinden regelrecht „unterwandert“ und Mitglieder dadurch abgeworben werden sollen. Durch vorgeblich kulturelle oder friedensethische Themen (Korea-Tag, weltweites Friedens-Fest der Religionen) wird versucht, Kontakte herzustellen. Aussteiger berichten davon, dass sie zunächst zu unterschiedlichen Bibelkursen eingeladen wurden (in Frankfurt haben sie sich den Namen „Frankfurter Friedensgemeinde e.V.“ (FFG e.V.) gegeben. Die Räumlichkeiten sind in der Mainzer Landstraße 236). Schritt für Schritt werden die Interessierten dort in einem Kurssystem mit der Heilslehre von Shinchonji bekannt gemacht, wobei nach Berichten von Aussteigern während der Kurse auf Nachfrage nicht offen gesagt wird, dass die Kurse mit Shinchonji in Zusammenhang stehen. Dabei erleben sie mit der Zeit einen enormen Druck, selbst zu missionieren und sich immer zeitaufwendiger für die Ziele der Neureligion einzusetzen. Mit der Zeit wird ein dualistisches Glaubensbild vermittelt, das es den Mitgliedern erschwert, die Gruppierung wieder zu verlassen. Kritik wird nicht geduldet. Mitgliedern, die sich distanzieren wollen wird erzählt, dass sie verloren sind, wenn sie gehen. Manche Aussteiger sprechen von dem Gefühl, verfolgt zu werden und haben Angst.

Schon vor einigen Jahren hat Shinchonji versucht, über die Stadtteilarbeit und das vorgeschobene „Friedensticket“, Fuß zu fassen. Das ist glücklicherweise verhindert worden. Mittlerweile gibt es diverse Aussteigerberichte und kritisch-theologische Abhandlungen über die Aktivitäten dieser Neureligion auch in Deutschland.

Was tun?

Sie müssen nicht misstrauisch sein oder Angst haben, aber wir empfehlen Ihnen, wachsam zu sein, besonders wenn Sie in oder nach Gottesdiensten oder Gemeindeveranstaltungen von Unbekannten angesprochen oder zu Bibelkursen eingeladen werden.

Wenden Sie sich gern für weitere Informationen über diese Gruppe an Ihre Pfarrerin oder Ihren Pfarrer oder direkt an die Weltanschauungsbeauftragten der evangelischen oder katholischen Kirche:

Pfarrer Oliver Koch, Referent für Weltanschauungsfragen im Zentrum Oekumene, Frankfurt, T 069/976518-42.

Johannes Lorenz, Beauftragter für Weltanschauungsfragen im Haus am Dom, Frankfurt, T 069/8008718310.