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Kaiserdom zu Frankfurt am Main
Der
Kaiserdom zu Frankfurt am Main ist ein herausragender Ort west- und mitteleuropäischer
Geschichte. Aus dem Gotteshaus der karolingschen Kaiserpfalz hervorgegangen,
gründet er auf Resten einer kleinen merowingischen Kapelle, die vor
680 entstanden sein muss. Wie Funde von Grabungen aus dem Jahre 1992 -1994
bestätigen, wurde in dieser Kapelle ein reiches - adeliges - Mädchen
beigesetzt. Das Grab ist am West-Eingang des Domes durch eine Sandsteinplatte
markiert. Im Mittelalter war der Dom, der nie Bischofskirche war, Sitz
des kaiserlichen Domstiftes St. Bartholomäus, seit 1356 Wahlort der
Deutschen Könige und ab 1562 Krönungsort der römischen
Kaiser. Nach 1200 erhält die Stiftskirche ein Schädelreliquie
des heiligen Apostels Bartholomäus, die heute noch an Sonn- und Feiertagen
und am Fest des Heiligen (24. August) der Verehrung durch die Gläubigen
zugänglich gemacht wird.
Die
Wahlkapelle des Domes, in der die Deutschen Könige gewählt worden
sind, ist heute ein Raum für das stille Gebet.
Um 1550 n.Chr. erreichte der Dom sein heutiges Außenmaß.
Nach einer Bauphase nach dem Dombrand von 1867 und der Restaurierung der
Schäden des Zweiten Weltkrieg, erhält er sein heutiges Aussehen.
Die Ausstattung des Domes birgt wertvolle Altäre und Grabmäler
der Spätgotik. Zu nennen ist hier der Maria-Schlaf-Altar (1434 -
1438), die Arbeit eines unbekannten Meisters. Der Stein-Altar zeigt unter
einem reichverzierten Baldachin den Tod Mähens im Kreise der trauernden
Apostel. Die Seele Mariens wird von Gott in den Himmel aufgenommen.
Zu den bedeutenden Grabmälern des Domes gehört das von Günther
XXI von Schwarzburg, der in Frankfurt 1349 beigesetzt wurde. Für
die Stadtgeschichte wichtig sind auch die Grabmäler von Ludwig und
Hert von Holzhausen und von Johannes von Holzhausen und seiner Frau Gudela
Goldstein und schließlich das von Rudolf von Sachenshausen. Alle
diese Grabmäler sind am Ende des 14. Jahrhunderts entstanden.
Die
Holz-Altäre des Domes wurden nach dem Dombrand von 1867 von dem damaligen
kunstsinnigen Dompfarrer Ernst Franz August Münzenberger (1833 -1890)
in Deutschland, Österreich und der Schweiz gekauft und hier "zur
Freude des katholischen Volkes" neugotisch ergänzt und aufgebaut.
Unter den Bildern des Domes hebt sich besonders die Beweinung Christi
von Antonius van Dyck aus dem Jahre 1627 hervor. Es stammt aus dem Besitz
von Franz Brentano, einem Stiefbruder von Clemens Brentano und Bettina
von Armin, und Johanna Antonie von Birkenstock, die es 1852 dem Dom vermachten.
Ebenfalls von großer Bedeutung für den Frankfurter Dom ist
das Bild Hiob des Malers Emil Schumacher aus dem Jahre 1973.
Die
Bau- und Gestaltungsmaßnahmen nach dem Dombrand von 1867 und nach
den Zerstörungen des II. Weltkrieges veränderten das Aussehen
und die Ausstattung des Domes teilweise erheblich. Die letzte Restaurierungsmaßnahme
von 1992/94 faßte das Dominnere in dem heute sichtbaren Rot. Diese
Fassung ist durch Farbfunde gedeckt. Die Domfenster sind Schöpfungen
der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Die große Domorgel
wurde in dieser Zeit konzipiert und bis zur Renovierung der neunziger
Jahre stetig erweitert.
Seinen ganzen Glanz entfaltet der Dom bei den sonn- und festtäglichen
römischkatholischen Gottesdiensten. Dann erschallt die Orgel, die
Gläubigen beten und singen, Weihrauch liegt in der Luft und der Dom
atmet den Geist der Vergangenheit, die die Gegenwart trägt und ermöglicht.
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