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Sankt Leonhard-Kirche zu Frankfurt am Main
Die
St. Leonhard-Kirche ist die älteste der mittelalterlichen Kirchen
Frankfurts. Die Westfassade und Teile des Süd-Eingangs zeigen
deutlich die spät-romanische Baugeschichte der Kirche. Im Jahre
1219 schenkte Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen der Frankfurter
Bürgerschaft
einen Platz zum Bau einer Kapelle zu Ehren der Gottesmutter und des Hl.
Georg. 1323 konnte die Bürgerschaft eine Reliquie des heiligen
Einsiedlers Leonhard erwerben. Da St. Leonhard schon bald eine Kirche
für die
Pilger zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostella war,
mag der Erwerb der Reliquie kein Zufall gewesen sein, liegt doch
die Grabeskirche
des Heiligen in St. Leonard-de Noblat ebenfalls am Jakobsweg. Im Jahre
1793 wurde die Kirche von den Franzosen in ein Magazin umgewandelt.
1803
kam sie in den Besitz der Stadt. 1809 wurde sie als Kirche wieder geöffnet.
Zwei
romanische Portale an der Nordseite im Inneren lassen
die Bauzeit noch ersehen. Zeigt das eine der Portale einen thronenden
Christus
umgeben
vom Apostel Johannes und Maria, wie Petrus und Georg, so zeigt das andere
romanische Portal den Hl. Jakobus und zwei Pilger. Sie beziehen sich
auf
die wunderbare Hilfe des Heiligen, der einen jungen Mann vor dem Tod
am Galgen bewahrte der den Heiligen mit seinem Vater nun dankbar
verehrt.
Die
Seitenkapelle auf der Nordseite - Salvatorchörlein genannt
- zählt
mit ihrem hängenden Gewölbe von Hans Baitz aus den Jahren
1508 bis 1518 zu den spätgotischen Schätzen dieser Kirche.
Das dortige Marienbild von Edward Steinle ist ein Musterbeispiel neugotischer
Kirchenmalerei
des 19. Jahrhunders.
Die Fenster des Hochchores sind die wenigen in einer Kirche Frankfurts
noch erhaltenen Zeugnisse mittelalterlicher Glasmalerei. Sie sind wohl
mit der Fertigstellung des Hochchores 1434 entstanden. Die Altäre
der Kirche vom Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts stammen aus
der Sammlung des Stadtpfarrers Münzenberger (1833 - 1890) und sind
- obgleich spätgotisch - erst am Ende des 19. Jahrhunderts in die
Kirche gekommen.
Die Leonhardkirche, die im Zweiten Weltkrieg nur geringfügig zerstört
worden war, konnte ihr Aussehen seit dem 19. Jahrhundert bewahren. Ein
zeitgenössisch
künstlerisches Zeugnis ist die von Ludwig Schaffrath in den achtziger
und neunziger Jahren entworfenen Gesamtverglasung der Kirche.

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