Brigitte Weber wird mit Bartholomäusplakette geehrt

Hilfe für Familien und ungewollt schwangere Frauen, für Menschen in Uganda, für Geflüchtete und Obdachlose in Frankfurt und im Stadtteil: Brigitte Weber und Gabriele Fengler engagieren sich in ihren Herzensprojekten seit Jahrzehnten und haben dadurch viel bewegt. Nun werden die beiden Frauen für ihre ehrenamtliche Arbeit am Sonntag, 28. August, mit der Bartholomäusplakette der Katholischen Stadtkirche ausgezeichnet.

 

Mehr als fünf Jahrzehnte Ehrenamt: Brigitte Weber, geboren 1946 in Frankfurt und Mutter zweier erwachsener Kinder, engagiert sich seit mehr als 30 Jahren ehrenamtlich beim Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Frankfurt und seit über 50 Jahren am Kirchort St. Bernhard. Aus den Reihen des SkF wurde sie nun für die Bartholomäusplakette vorgeschlagen.

Brigitte Weber vertrete die Haltung, dass vor Gott alle Menschen gleich und mit Würde versehen sind, heißt es im Vorschlagstext – ein Grundsatz, der die gesamte Arbeit des SkF durchdringe. Den Sozialdienst katholischer Frauen gibt es seit 1901 in Frankfurt. Er sieht es als seine Aufgabe an, Menschen gleich welcher Religion oder Herkunft in schwierigen Lebenslagen zu helfen. Dreh- und Angelpunkt seiner Angebote ist das Familienzentrum Monikahaus in der Kriegkstraße. Grundlage der Arbeit ist dabei das christliche Verständnis vom Menschen, jeden in seiner Einzigartigkeit und Würde anzunehmen. Der SkF ist anerkannter Fachverband im Deutschen Caritasverband. Brigitte Weber engagiert sich seit Ende der 1980er Jahre im Sozialdienst, seit 1998 ist sie im Vorstand und seit 2010 Vorsitzende.

In dieser Zeit initiierte sie zahlreiche Projekte, erarbeitete Konzepte und entwickelte neue Angebote mit. Dazu gehört neben einer Mutter-Kind-Wohngruppe für geflüchtete Frauen und dem Neubau des Kinder- und Familienzentrums (KiFaZ) auch die „Aktion Moses“, ein kostenfreies Notruftelefon, das von 2001 bis zum Ende des Projekts 2014 rund um die Uhr besetzt war. Dieses ehrenamtlich organisierte und von hauptamtlichen Fachkräften ausgeführte Projekt war Teil der Schwangerenberatung des Familienzentrums Monikahaus und richtete sich an schwangere Frauen in Krisensituationen, die über die Telefonnummer vertraulich und anonym Hilfe für eine menschenwürdige, medizinisch begleitete Geburt fanden. Auf diesem Weg sollten Kindesaussetzungen und damit die Gefährdung des Kindeswohls vermieden werden. Der ehemalige Bischof Franz Kamphaus und die damalige Oberbürgermeisterin Petra Roth unterstützten das Projekt.

Mit der Einführung des Bundesgesetzes zum Ausbau der Hilfen für Schwangere hat Brigitte Weber das Angebot der sogenannten „vertraulichen Geburt“ im SkF Frankfurt miteingeführt. Diese bietet werdenden Müttern, die ihre Schwangerschaft geheim halten und ihr Kind nicht bei sich aufwachsen lassen möchten oder können, ein legales Angebot, Untersuchungen, Geburt und alles weitere vertraulich zu organisieren.

Wie sehr ihr Familien am Herzen liegen, zeigt sich auch in ihrer Gemeindearbeit: In St. Bernhard gründete Brigitte Weber einst einen Familienkreis. Außerdem engagiert sie sich seit über 40 Jahren für notleidende Menschen in Uganda. Im Ortsausschuss St. Bernhard ist Brigitte Weber seit 2014 Vorsitzende, vor der Pfarreiwerdung war sie Vorsitzende des Pfarrgemeinderats St. Bernhard. Auch als Liturgin ist sie aktiv und leitet den liturgischen Arbeitskreis am Kirchort. Gemeinsam mit anderen gestaltet sie seit Kriegsausbruch in der Ukraine jeden Dienstag um 21.00 Uhr ein Friedensgebet. Außerdem engagierte sie sich in einem Arbeitskreis des Stadtsynodalrats.

Rund-um-die-Uhr-Engagement

Neben Brigitte Weber wird auch Gabriele Fengler mit der Bartholomäusplakette für ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Geboren 1954 in Pfaffenhausen (Spessart) und aufgewachsen in einem katholischen Elternhaus war sie von Kind an in der Gemeinde Maria Rosenkranz in Seckbach verwurzelt. Die Mutter eines Sohnes ist seit 1993 ins Gemeindeleben eingebunden und seit 1995 in diversen Gremien. Sie begann als Erstkommunion-Katechetin 1992, saß seit 1995 im Pfarrgemeinderat und arbeitete von diesem Zeitpunkt an in praktisch allen Gremien der Gemeinde mit. Seit 1998 ist sie durchgehend im Vorstand.

Gabriele Fengler, die auch als Lektorin und Erstkommunions-Helferin aktiv ist, war an der Gründung einer Partnerschaft mit Chato/Tansania beteiligt und organisierte für Delegationen jeweils zwei Hin- und Rückbesuche. Seit über 20 Jahren ist sie verantwortlich für die Ökumene Seckbach, außerdem für den Weltgebetstag der Frauen, der ökumenisch mit der Mariengemeinde stattfindet. Auf Gemeindebasis unterstützt sie die Bewegung Maria 2.0. Seit 2010 koordiniert sie den jährlichen Seckbacher Adventskalender, und auch der jährliche Senioren-Geburtstagskaffee wird von ihr organisiert.

Gabriele Fengler ist seit 2015 im Pfarrgemeinderat-Vorstand, unter anderem als Mitglied der Gruppe „Schöpfung bewahren“ von St. Josef, und ebensolang engagiert als Ehrenamtskoordinatorin im Übergangswohnheim für Wohnraumsuchende in Seckbach. Außerdem ist sie Mitglied der Bürgerakademie.

„Was sie auszeichnet“, heißt es im Vorschlagstext für die Bartholomäusplakette, sei ihr Rund-um-die-Uhr-Engagement im Stadtteilarbeitskreis, in der gelebten Ökumene Seckbach und vor allem in der Hilfe für Menschen mit ausländischen Wurzeln und Flüchtlinge, besonders in dem Wohnheim für Obdachlose und Flüchtlinge in der Flinschstrasse. Gabriele Fengler sei weit über die Grenzen Seckbachs bekannt und stehe in der katholischen Kirche, der Ökumene und bei Maria 2.0 in vorderster Reihe, wenn es darum gehe, für die Hoffnung zu kämpfen. Die Vernetzung im Stadtteil sei ihr besonders wichtig, und dass die Kirche ein Gesicht bekommt und für die Menschen da ist.

 

Bildnachweis: © Anne Zegelman / Bistum Limburg