Weihnachtsgruß – Der Retter ist da

Der an- und abschwellende Klang der Martinshörner gehört im Dompfarrhaus zur normalen Geräuschkulisse. Das Schiffer-Krankenhaus liegt direkt gegenüber, und die Unikliniken sind nicht weit. Tag und Nacht kann man das Tatütata hören. Oft sehe ich auch das Blaulicht zucken und die Einsatzfahrzeuge an den Uferstraßen entlangfahren, manchmal mit halsbrecherischer Geschwindigkeit. Immer fährt mir da der Schreck in die Glieder, und selten vergesse ich ein Stoß-Gebet für die Helfer und für die, denen die Hilfe gilt. Wir haben hier ein fabelhaft gut ausgebautes System von Erster Hilfe und Notfallmedizin. Aber wenn die „Rettung“ vor der Tür steht und die Sanitäter den Schlag aufreißen, ist das trotzdem erst der Anfang der Geschichte. Von da an muss noch sehr viel gelingen, mit Glück und Können, bis es zu einem guten Ende kommt.

Ich glaube, so ist das auch mit der Rettung, die von Gott kommt. Der Engel ruft den Hirten zu: „Euch ist heute in der Stadt Davids der Retter geboren. Es ist der Messias, der Herr!“ Weihnachten ist der gute Anfang. Der ist nicht mehr aus der Welt zu schaffen. Das Licht von Bethlehem leuchtet. Aber das Kind, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe lag, musste erst heran- und in seine Aufgabe hineinwachsen. Und mit ihm wir: unser Vertrauen auf Gott und aufeinander; die Bereitschaft, uns raten und helfen zu lassen; die Überwindung dazu, Schuld zu vergeben; die tatkräftige Hoffnung auf eine bessere Welt.

Wir sind auf einem guten Weg. Und hoffentlich bald wieder sicherer auf unseren Beinen, wenn die Impfungen beginnen und COVID-19 allmählich seinen Schrecken verliert. Eine arge Durststrecke liegt hinter, das Ziel aber liegt vor uns. Der Retter ist da. Die Rettung steht offen.

Ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest wünsche ich allen Gemeinden der Dompfarrei und ihren Gästen sehr herzlich auch im Namen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Seelsorge und Verwaltung, Ihr Johannes zu Eltz, Pfarrer