Am 14. Juni 2026 startet der Kirchort St. Bernhard wieder die jährliche Sommeraktion für Uganda. Der Kirchort unterstützt den Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS) in Uganda, der dort schon seit über 30 Jahren gute Arbeit leistet. In ihrem Zentrum in Adjumani ist der Fokus auf Hilfe zur Selbsthilfe gerichtet, in diversen Kursen
werden praktische Fähigkeiten vermittelt.
In der Zeit vom 14. Juni bis zum 20. August 2026 werden bei verschiedenen Aktionen am Kirchort St. Bernhard Spenden für Uganda gesammelt. Wir bitten Sie herzlich um Unterstützung und bedanken uns für Ihre Hilfe! Alternativ kann eine Spende auch per Überweisung erfolgen:
Kath. Kirchengemeinde St. Bartholomäus
Frankfurter Sparkasse
IBAN DE37 5005 0201 0000 0180 02
BIC HELADEF1822
Stichwort: Uganda
Situation in Uganda
Uganda ist das Land in Afrika, das die meisten Flüchtlinge pro Einwohner aufgenommen hat. Immer mehr Menschen aus den Anrainerstaaten fliehen nach Uganda. Die Versorgungslage ist angespannt. In Uganda leben knapp zwei Millionen Geflüchtete, die meisten stammen aus dem Südsudan, der Demokratischen Republik Kongo und Somalia. Über 90 Prozent von ihnen sind in Siedlungen in ländlichen Regionen untergebracht, die zu den ärmsten und unterentwickeltsten des Landes zählen.
Die Arbeit der Jesuiten-Flüchtlingshilfe (JRS)
Der Kirchort St. Bernhard unterstützt mit seiner Sommeraktion die Jesuiten-Flüchtlingshilfe (JRS). Seit drei Jahrzehnten sind die Teams des JRS in Uganda an der Seite Geflüchteter und leisten dort gute Arbeit. Sie bieten umfassende Unterstützung für Geflüchtete und Einheimische, von der Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten über psychosoziale Begleitung hin zu einem breiten Bildungs- und Ausbildungsangebot. Die Teams des JRS sind in der Hauptstadt Kampala präsent und in Adjumani, einem Distrikt im Norden Ugandas, nur wenige Kilometer entfernt von der Grenze zum Krisenherd Südsudan.
Das Projekt Adjumani
Die Spenden der Sommerspendenaktion Uganda gehen nach Adjumani im Norden des Landes. Etwa 240.000 Geflüchtete leben in Adjumani, verteilt auf 19 Siedlungen. Jede Familie erhält hier einen kleinen Flecken Erde, wo sie eine Hütte errichten und ein wenig Gemüse anbauen kann. Seit Beginn des Jahres wurden in Adjumani über 1.000 Menschen, darunter Jugendliche und auch ältere Menschen, in einem Berufsbildungszentrum in verschiedenen Kursen ausgebildet, von IT-Fertigkeiten über Schreinern und Kochen bis hin zur Landwirtschaft. Viele haben bereits die Abschlussprüfung bestanden. Im Mai letzten Jahres hat eine Nachbargemeinde drei Hektar Land zur Verfügung gestellt. Dort bauen die Teams in Zusammenarbeit mit den Studierenden Mais, Cassava und Bohnen an. Sie hoffen auf baldige Erträge, um das Zentrum, aber auch die Menschen in der Umgebung mit dieser Ernte versorgen zu können.
Pater Paul Kalenzi SJ
Am 1. November 2025 hat P. Paul Kalenzi SJ die Leitung des Jesuitenflüchtlingsdienstes in Uganda übernommen. Er stammt aus einer Flüchtlingsfamilie, die 1979 aus Uganda nach Kenia floh. Er wuchs in Nairobi auf, bis er im Alter von 10 Jahren mit seiner Familie nach Uganda zurückkehrte. Er erwarb in den USA verschiedene Abschlüsse In Wirtschaft und Rechnungswesen.
„Basierend auf meinem wirtschaftlichen Hintergrund beabsichtige ich, 2026 aus den verschiedenen beruflichen Programmen Sozialunternehmen zu gründen: Geflüchtete lernen Kochen und Catering, und wir werden ein Restaurant eröffnen; Geflüchtete lernen das Friseurhandwerk, und wir eröffnen einen Friseursalon; Geflüchtete lernen das Schneiderhandwerk, wir eröffnen eine kleine Bekleidungsfabrik und ein Modegeschäft; Geflüchtete lernen Metallverarbeitung, wir verkaufen die von ihnen hergestellten Produkte. So können die Geflüchteten eine echte Geschäftserfahrung machen, und der JRS generiert eine zusätzliche Einkommensquelle. Es ist ein neues und ehrgeiziges Vorhaben, aber die sich wandelnden Zeiten erfordern es.“
Die Situation verschärft sich
Die finanzielle Situation hat sich seit dem letzten Jahr erheblich verschärft. Der ständig anwachsenden Zahl der Geflüchteten stehen die Einsparungen staatlicher Hilfen entgegen. So hat sich mit der Stop-Work-Order aus den USA seit Ende Januar 2025 die tägliche Arbeit der JRS von heute auf morgen auf den Kopf gestellt. Die Projekte sind stark von der plötzlichen Entscheidung getroffen, alle Entwicklungshilfegelder erst einmal einzustellen. Dass Regierungen inklusive der in Deutschland ihre Entwicklungshilfebudgets kürzen oder ganz einstellen, hat verheerende Auswirkungen. Der Jesuitenflüchtlingsdienst muss, wie so viele andere Hilfsorganisationen, umdenken und sich neu ausrichten. Es stellt sich die die Frage, wie man mit weniger Geldern weiterhin qualitative Arbeit leisten kann, während gleichzeitig die Flüchtlingszahlen weiter täglich steigen.
Weitere Informationen zur Arbeit des Jesuiten Flüchtlingsdienstes unter https://jesuitenweltweit.de/uganda